Auf der Wiesn ist die ganze Woche was los
Sonnenschein und angenehme Temperaturen sorgten am Sonntag für einen versöhnlichen Abschluss des Ingolstädter Pfingstvolksfestes, nachdem es die zwei Tage zuvor geregnet hatte. Die Besucher kamen zum Boxkampf, ließen sich eine Maß schmecken und machten einen Bummel über die Wiesn.
Alle waren im Großen und Ganzen mit dem Pfingstvolksfest 2011 zufrieden – bis auf FW-Stadtrat Johann Stachel und Ignaz Brunner, Leiter der Polizeiinspektion Ingolstadt. Stachel kritisierte auf der gestrigen Pressekonferenz vor allem den Bierpreis von 6.95 Euro. „Da haben manche Bedienungen schon schwer gejammert, weil sich manche sogar das Fünferl rausgeben lassen“, sagte Stachel. Auch der Soundcheck beim Bonfire-Konzert am Dienstag war offenbar nicht jedermanns Sache. „Einige ältere Leute sind fast verjagt worden“, sei ihm zugetragen worden. Und ein paar Außenbereiche um das Festzelt, vor allem die Parkplätze, könnte man etwas liebevoller gestalten. Doch ansonsten war der FW-Stadtrat mit der Ingolstädter Wiesn 2011 insgesamt zufrieden – wie auch die Marktkaufleute, Schausteller und Wirte.
1056 Hektoliter Getränke wurden bis einschließlich Samstag ausgeschenkt, zwölf Hektoliter mehr als im Vorjahr. Drei Viertel davon waren Bier, der Rest alkoholfreie Getränke. Mit knapp 200 Hektolitern wurde wie 2010 am Pfingstsonntag am meisten konsumiert. Während sich Manfred Enzersberger, Festwirt im Nordbräu-Zelt, über insgesamt 588 Hektoliter freuen durfte, waren es bei Lorenz Stiftl im Herrnbräu-Zelt 468 Hektoliter. Bis auf den Pfingstsonntag lag Nordbräu an allen anderen Tagen immer vorne. Am deutlichsten trat der Unterschied am Dienstag zutage, als mit Bonfire erstmals eine Rockband auf dem Ingolstädter Volksfest auftrat: Wurden bei Nordbräu 52 Hektoliter ausgeschenkt, waren es bei Herrnbräu 20 Hektoliter.
„Es kann nicht immer ein Rekordjahr sein“, sagte der stellvertretende Kulturreferent Jürgen Köhler zu den Zahlen, die ja insgesamt ganz gut seien. Bürgermeister Sepp Mißlbeck äußerte seine Freude darüber, dass sich das Ingolstädter Pfingstvolksfest immer mehr zu einem Familienfest entwickle. „Zehn Tage bestes Wetter wäre ja wirklich ein Traum“, rückte Marktmeister Friedhelm Lahn die Erwartungen zurecht. Insgesamt könne man mit der Ingolstädter Wiesn zufrieden sein.
„Die ersten sieben Tage waren gut, der Kindertag sehr gut“, erklärte Helmut Hörmandinger, Vorsitzender der Ingolstädter Schausteller und Marktkaufleute. „Die erste Hälfte war beim Markt sehr gut, die zweite mangelhaft“, ergänzte sein Stellvertreter Karl-Heinz Mitterhuber. „Das Niveau ist gestiegen, es kommen wieder viele Familien“, lobte Schausteller Robert Eckl (Nostalgie-Geisterbahn) die Besucher. „Die Besucher werden immer besser, genauso wie die Auswahl der Geschäfte“, ergänzte Rudolf Krug aus München, der seit 30 Jahren am Schanzer Volksfest glasierte Früchte anbietet und dafür auch geehrt wurde. „Angenehm überrascht“ zeigte sich auch Josef Kollmann, der erstmals mit seinem Fahrgeschäft „G-Force“ in Ingolstadt war.
„Das Essengeschäft nimmt zu, es kommen immer mehr Familien“, freute sich Manfred Enzersberger, der auch im kommenden Jahr wieder eine Rockgruppe mit regionalen Vorbands spielen lassen will. Sein Festwirts-Kollege Lorenz Stiftl lobte die gute Organisation und den Einsatz der Polizei. Herrnbräu-Geschäftsführer Gerhard Bonschab erinnerte an die Gespräche zwischen Brauereien und Kulturamt: „Jetzt ist die ganze Woche am Volksfest was geboten“, betonte Bonschab. Auch Klaus Mittermaier, SPD-Vertreter im Ausschuss für Veranstaltungen, lobte das Engagement der Wirte, was sich mittlerweile auch in den Besucherzahlen unter der Woche niederschlage.
Quelle: Donaukurier / von Bernhard Pehl




