Pfingstvolksfest mit Wetterkapriolen
Die Schausteller machten 20 Prozent weniger Umsatz, in den Bierzelten tranken die Gäste bis Samstagabend rund 55 Hektoliter weniger, dennoch gab es beim Pfingstvolksfest zufriedene Gesichter. Denn an das Jahrhundertwetter des Vorjahres konnte die Ausgabe heuer kaum rankommen.
Das meistgebrauchte Wort zum Pfingstvolksfest war bei der Abschlusspressekonferenz gestern Mittag ein einfaches "ruhig". Das interpretierte freilich jeder auf eine andere Weise. "Etwas zu ruhig", war das Fest für die Fieranten an der Dreizehnerstraße, sagte deren Vertreter Karl-Heinz Mitterhuber. Sie zählten 20 Prozent weniger Umsatz, weil gerade das erste Wochenende schwach gewesen sei. "Die Leute haben am Monatsende einfach kein Geld mehr", so Mitterhuber. "Jetzt, am Samstag, hat es Geld gegeben. Aber ein Wochenende reicht eben nicht."
Die 20 Prozent beklagten auch die Schausteller, sagte Helmut Hörmandinger, der Vorsitzende in der Region. Gegen das durchwachsene Wetter nach einem sensationellen Pfingstvolksfest 2009 könne man freilich nichts machen. Aber die Zusammenarbeit, die lasse sich verbessern: "Wir halten uns an die Schlusszeiten, aber in den Zelten wird noch um 23.45 Uhr Musik gespielt", klagte er. Somit blieben die Leute länger im Zelt sitzen.
Dabei "sind doch die Heimgänger unser klassisches Karussellpublikum", sagte Heiner Distl, der seit Jahren mit seinem Autoscooter auf den Festplatz kommt. Gerade aber die jungen Leute ziehen sich mehr und mehr ins Bierzelt zum Feiern zurück, hat der Münchner festgestellt. Umsatzeinbrüche seien da nur logisch. Wie der Schausteller-Vizepräsident Andreas Pfeffer aber ausdrücklich betonte, sei Ingolstadt weiter "ein tolles Volksfest". Er bedankte sich bei allen Ingolstädtern, die trotz der Wetterkapriolen das Festgelände Tag für Tag bevölkerten.
Der Besuch war tatsächlich ausgesprochen gut. Das spiegelte sich im Getränkekonsum in den Bierzelten wieder. Zwar waren es bis Samstagnacht rund 55 Hektoliter weniger als voriges Jahr, allerdings machte da allein der Abend des Champions-League-Finales fast 40 Hektoliter aus. "Wir sind insgesamt zufrieden", sagte Wirt Manfred Enzersberger, der im Nordbräu-Zelt nur leicht hinter dem Anstichzelt von Lorenz Stiftl (Herrnbräu) zurückblieb.
Für Streithähne außerhalb des Rings ist die Polizei zuständig, die "für ein Fest dieser Größenordnung völlig normale Vorkommnisse" zu berichten hatte. Zehn Körperverletzungen, fünf Diebstähle und 20 Wildbiesler sind laut Polizeichef Ignaz Brunner schon das Aufregendste. Zwei Personen mit dringender Notdurft erwischte die Polizei ausgerechnet vor ihrer Wache. Negativer Höhepunkt für die Polizei dürfte allerdings der Fall einer 15-Jährigen gewesen sein, die am Freitagabend gegen 21.45 Uhr völlig betrunken im Schlamm lag und mit starker Alkoholvergiftung in die Kinik musste. "Wenn wir herausfinden, wer ihr Schnaps gegeben hat, gibt es Ärger", kündigte Brunner an.



